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Exotic Hedghog Club Europe e.V.

Argentinische Waldschabe (Blaptica dubia)

Schaben als Futter- und Heimtier

Die Haltung verschiedenster Schabenarten erfreut sich bei uns mittlerweile immer größer werdender Beliebtheit. Gerade bei Exotenhaltung, da durch die enorme Fortpflanzungsfreude dieser Tiere immer wieder Futter abfällt.

 

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Haltung

Sämtliche Schabenarten lassen sich hervorragend mit Springschwänzen und weißen Asseln vergesellschaften, welche besonders hilfreich bei der Vernichtung von Kot und Essensresten sind.

Unterbringung

Für die Unterbringung eignet sich sowohl Terrarien, als auch simple Plastikbehälter, wobei erstere gesondert gesichert werden sollten, denn diese Tiere sind wahre Ausbruchskünstler.

Eventuell entstehende Lücken zwischen den Scheiben kann man super mit Dichtungsband und Vaseline abdichten, damit es auch den Nymphen (frisch geschlüpfte Tiere) nicht möglich ist zu entkommen.

Am besten eignen sich  Plastikbehälter. Hier kann man die Spezialboxen aus dem Zoofachgeschäft nehmen.

Oder aber man nimmt eine Box aus dem Baumarkt und bastelt sich seine Lüftungsschlitze eigenständig. Hierfür kann man einen Spalt breite Schlitze in das Plastik schneiden und diese mit Fliegengaze, Alugaze ect ausfüllen. Zum Verkleben eignet sich Heissleim am besten.

Die Größen der Bausungen richten sich nach dem Besatz.

Einrichtung

Als Bodengrund empfiehlt sich Terrarienerde/Kokoshumus oder Nagereinstreu (je nach Art feuchter oder trockener) und gerne auch weissmorsches Holz von ungiftigen Laubblätterbaumarten, welches gerne gefressen wird.  Abgedeckt werden sollte diese mit einer Schicht aus ungiftigen Laubblättern.

Futtertierzuchten können auch komplett ohne Substrat gesetzt werden.

Weitere Elemente der Einrichtung können zum Beispiel Steine, Wurzeln, Moose, Plastikpflanzen, Hölzer und Eierkartons sein. Wichtig ist immer darauf zu achten, dass alles ungiftig ist und vorher gründlich gereinigt wurde. Besonders, wenn die Einrichtung aus Wäldern ect stammt, sollte sie zuerst mit heißem Wasser abgekocht werden, um sämtliche Mikroorganismen und eventuelle Mitbewohner zu vernichten.

Wichtig ist zu erwähnen, dass keine Korkarten eingebracht werden sollten, da auf diesen Flechten sitzen, die beim Verzehr giftig sind.

Temperatur/Luftfeuchtigkeit

Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Haltung bei Zimmertemperatur möglich ist.

22°C bis 28°C sind hierbei die Richtwerte in der Haltung/Zucht, welche weder unter- noch überschritten werden sollten.

Achtung: ab einer Temperatur von 30°C +, verfallen die Schaben in eine Art Hitzestarre und sterben! Daher, nie überhitzen! Auch direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.

Wer seine Boxen beheizen möchte (Kellerhaltung oder kühlere Räume), kann dies mit Heizmatten und/oder Heizstäben machen, welche am Beckenrand von außen angebracht werden oder unter den Behälter gelegt.

Sind genügend Schaben in der Population, muss nicht mehr gesondert beheizt werden, da die Eigenwärme dann ausreichend ist. Wichtig ist, es gilt, je höher die Grundtemperatur, desto besser verläuft die Zucht/Vermehrungsrate.

Feuchtigkeit: Je nach Art der Schaben mögen sie es feuchter/trockener. (Werte müssen der gehaltenen Art angepasst werden) Bei feuchtliebenden Arten sollte nur eine Ecke der Behausung stark durchnässt werden und das restliche Substrat eher oberflächlich besprüht, sodass die Schaben wählen können.

Futter/Wasserversorgung

Obgleich Schaben Allesfresser sind, sollten sie für eine ausreichende Proteinversorgung hochwertiges Trockenfutter erhalten. Geeignet ist Katzentrockenfutter, Fischfutter, Kanarienaufzuchtsfutter, Kükenpellets usw. Obst und Gemüse als Frischfutter kann ebenfalls angeboten werden. Wichtig hierbei ist jedoch, diese von der Schale zu befreien und gut zu reinigen, da sie eventuelle Pestizidrückstände enthalten können, die tödlich sind für die Tiere. Als Beifutter eignen sich ebenfalls getrocknete Bachflohkrebse und Blütenpollen. Auch Beetle-Jelly (Fruchtmasse, erhältlich im Zoofachhandel) eignet sich hervorragend als Futterzusatz.

Futterreste sollten immer entfernt werden um einer Schimmelbildung vorzubeugen.

Trockenfutter sollte in möglichst flachen Schalen angeboten werden, um den Tieren einen ordentlichen Zugang zu gewähren.

Wenn den Tieren jederzeit eine frische Obst- und Gemüseversorgung zur Verfügung steht, so bedarf es keiner gesonderten Wasserstelle. Wenn diese allerdings angeboten wird, so sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht darin ertrinken können.

Futtertierzucht

Nun, bei oben beschriebener Haltung, ist nicht viel zu beachten, denn die kleinen Plagegeister vermehren sich in Massen ganz von alleine! Guten Appetit an die Endverwehrter. ;)

Kostenaufstellung

Einmalig:
Behälter: ca. 4€ – 20€
Heizmatte (wenn benötigt): ca. 20€

Einrichtung: ca. 5€ – 20€
Eierkartons: 0€

Schaben: 10 adult: ca. 2,50€ – 5€ (je nach Anbieter und Art)

Monatlich:
Trockenfutter: ca. 5€
Beetley Jelly (4 Stück): ca. 2€

Strom: ca. 1-2€ (bei einer 20Watt Heizmatte, Laufzeit ca 12h/Tag, Beispielsrechnung)

Katharina Müller-Sauck, für den EHCE e.V.