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Exotic Hedghog Club Europe e.V.

Zuchtrichtlinien

Zuchtrichtlinien

1. Definition

Züchter ist, wer einen in seinem Besitz befindlichen Igel decken läßt, bzw. eine Igelin am Tage der Geburt der Jungtiere besitzt. Die Züchter dürfen die Zucht nur als Hobby und nicht zum Gelderwerb betreiben. Ausnahme: Sollte ein eingetragener Züchter den Vorweis der gewerblichen Zucht und deren Anmeldung erbringen können, so kann er als solcher eingetragen werden.

2. Zwingername/Hoggeryname

Jeder Züchter des EHCE e.V. ist verpflichtet, einen Hoggerynamen zu beantragen. Bei der Beantragung sind mehrere Namen zur Auswahl anzugeben, für den Fall, dass der gewünschte Name bereits vergeben ist. Der Antrag ist beim Zuchtamt des EHCE e.V. zu stellen. Die Eintragung des Hoggerynamens erfolgt nach Überprüfung. Der dann zu führende Hoggeryname wird dem Mitglied vom Verein in der Mitgliedsausweiskarte bestätigt. Alle im Zwinger/Hoggery eines Züchters geborenen Jungtiere erhalten zum Vornamen diesen Hoggerynamen. Dieser kann dem Vornamen voran- oder nachgestellt werden. Vorangestellt/Präfix-Bsp: Zwingername – Vorname (Igels Max) Nachgestellt/Suffix-Bsp: Vorname – Zwingername (Max von den Igels) Eine einmal gewählte Regelung muß beibehalten werden. Es ist möglich bei Kauf eines Igels, welcher einen Präfix-Namen hat, den eigenen Zwinger/Hoggerynamen anzuhängen. Bsp: Igels Max of Neubesitzer Der Züchter des Igels bleibt hierbei ersichtlich, der Hoggeryname und Vorname des Igels ändert sich nicht. Eingetragene Hoggerynamen sind nicht als Vornamen zulässig. Jeder Züchter hat nur Anspruch auf einen einzigen Zwingernamen. Die Bildung von Zuchtgemeinschaften kann beantragt werden. Bei der Beantragung des Zwingernamens ist eine Hauptadresse anzugeben, die zugleich als Züchteradresse fungiert. Bei Trennung von Lebenspartnern ist dem Zuchtamt unverzüglich mitzuteilen, wer den Zwingernamen übernimmt. Hoggerynamen anderer Vereine/Verbände können bei Eintritt in den EHCE e.V. übernommen werden, sofern derselbe Name noch nicht für ein anderes Mitglied registriert wurde und nicht andere Gründe dagegen sprechen. Hierüber entscheidet das Zuchtamt. Die Beantragung eines zusätzlichen Zwingernamens in einem anderen Verein/Verband ist nicht erlaubt.

3. Zulassung zur Zucht

Zuchttiere beiderlei Geschlechts müssen vor der ersten Verpaarung zuchttauglich sowie augenscheinlich gesund sein. Die erste Bedeckung sollte bei Zuchtigelinnen nicht vor dem vollendeten 5. Monat erfolgen und setzt eine einwandfreie Konstitution voraus. Zuchtausschließend sind: genetische Defekte, vererbbare Erkrankungen, ansteckende Erkrankungen/Parasiten.

4. Verpaarungsbestimmungen

Mit Annahme zur Bedeckung erklären Igel- und Igelinnenhalter, daß alle ihre Tiere frei sind von ansteckenden Krankheiten und/oder Parasiten. Die Deckgebühr ist fällig bei Abholung der Igelin. Der Besitzer der Igelin erhält die Deckbescheinigung und eine Kopie des Igelstammbaumes. In anderen Vereinen/Verbänden registrierte Deckigel sind zugelassen. Es ist nicht zulässig, Jungtiere als Deckentschädigung zu versprechen oder sich versprechen zu lassen. Eine Vereinbarung über ein Vorkaufsrecht für ein Jungtier ist jedoch erlaubt. Sollte sich innerhalb von 6 Wochen nach erfolgter Erstbedeckung herausstellen, dass die Igelin nicht aufgenommen hat, ist der Igelhalter davon in Kenntnis zu setzen. Die Igelin wird dann innerhalb eines halben Jahres nach Erstbedeckung für eine weitere Verpaarung mit demselben Igel zugelassen. Ist die Annahme der Igelin in diesem Zeitraum seitens des Igelhalters nicht möglich, wird die Hälfte der Deckgebühr erstattet. Bleibt auch die zweite Deckung innerhalb dieser Frist erfolglos, verfällt die Deckgebühr zu 2/3, 1/3 wird dem Besitzer der Igelin erstattet. Nimmt der Besitzer der Igelin die zweite, kostenlose Bedeckung für sein Tier nicht in Anspruch, verfällt die Deckgebühr in voller Höhe. Jeder Igel darf immer nur mit einer Igelin verpaart werden, sobald es sich um zwingerfremde Igelinnen handelt. Nach beendeter Bedeckung darf ihm erst nach einer Pause von mindestens 14 Tagen wieder eine zwingerfremde Igelin zugeführt werden, damit der Igel eine eventuelle Infektion nicht weitergeben und sich erholen kann. Der Igelhalter hat zu gewährleisten, dass jede zur Bedeckung vorgesehene Igelin aus dem eigenen oder einem fremden Zwinger ausschließlich von einem einzigen Igel gedeckt wird. Jungtiere aus versehentlichen Doppelbedeckungen erhalten keine Stammbäume. Jede Igelin darf innerhalb von 12 Monaten höchstens 2 Würfe zur Welt bringen. Zwischen zwei Wurfterminen sollten wenigstens 5 Monate liegen, um zu gewährleisten, dass sich das Muttertier ausreichend erholen kann. Ist ein ganzer Wurf tot geboren oder sterben alle Jungtiere innerhalb einer Woche nach der Geburt, so wird dieser Wurf auf die oben genannten 2 Würfe innerhalb von 12 Monaten nicht angerechnet. Gleiches gilt bei der Aufzucht von nur einem Jungtier.

5. Stammbäume/Pedigree

Nur Mitglieder des EHCE können Stammbäume beantragen. Eine Registrierung der Nachzuchten ist Pflicht. Es müssen alle in einem Wurf geborenen Jungtiere registriert werden. Für jedes Jungtier wird ein über 1 bis 5 Ahnengenerationen reichender Stammbaum erstellt. Allen Igeln eines Wurfes werden, neben dem Zwingernamen, Namen mit gleichem Anfangsbuchstaben vom Züchter zugeordnet, in Reihenfolge des Alphabetes, d.h. 1.Wurf= A-Wurf, alle Igelvornamen beginnen mit “A”, 2.Wurf= B-Wurf, alle Igelvornamen beginnen mit “B”, 3.Wurf= C-Wurf, alle Igelvornamen beginnen mit “C”, usw.. Stammbäume sind innerhalb von 6 Wochen nach Geburt beim Zuchtamt zu beantragen. Farbe, Geschlecht und Namen können nachgemeldet werden. Bei der Beantragung sind einzureichen: 1. Deckbescheinigung (nur Fremdbedeckungen) und Wurfmeldeformular mit Angabe der vollständigen Wurfgröße. 2. Fotokopien der Elternstammbäume, soweit diese im Zuchtamt noch nicht registriert sind. Stammbäume der Elterntiere werden so übernommen, wie sie dem Zuchtamt vorliegen.

6. Umschreibungen und sonstige Registrierungen

Jeder Züchter ist verpflichtet, die Stammbäume von/aus anderen Vereinen erworbenen Igeln registrieren zu lassen, spätestens dann, wenn diese zur Zucht eingesetzt werden sollen. Hält die Registrierung einer genetischen Überprüfung nicht stand, darf der Igel nur mit Zustimmung des Zuchtamtes zur Zucht verwendet werden. Registrierte Zuchttiere, die aus der Zucht ausscheiden, sind zwecks Streichung im Zuchtbuch dem Zuchtamt zu melden. Eigenmächtige Änderungen in Stammbäumen sind unzulässig und machen den Stammbaum/Pedigree als Dokument wertlos. Fehlerhafte Angaben bei der Beantragung von Stammbäumen können jederzeit auf Antrag geändert werden, wobei der Originalstammbaum dem Zuchtamt vorliegen muß.

7. Abgabe von Igeln

Jeder abzugebende Igel muß gesund und parasitenfrei sein. Beim Verkauf oder der Abgabe eines Igels ist dem neuen Besitzer der Stammbaum auszuhändigen, sobald der volle Kaufpreis bezahlt wurde, spätestens bei Übergabe des Igels. Es wird angeraten, Igel nur mit Verkaufs-/Übergabevertrag abzugeben. Darüber hinaus ist der Züchter / Vorbesitzer verpflichtet, für jeden von ihm abgegebenen Igel folgende Angaben zu archivieren: Name, Geburtsdatum, Rasse, Name und Anschrift des neuen Besitzers. Es ist verboten, Igel an Zoohandlungen, Warenhäuser, Tierhändler und Versuchstieranstalten abzugeben. Zuwiderhandlung zieht den sofortigen Ausschluß aus dem Verband nach sich. Die Vermittlung über eine Zoohandlung, wobei der betreffende Igel bis zur Abgabe beim Züchter bleibt, ist gestattet. Jungtiere dürfen frühestens nach Vollendung der 6. Lebenswoche abgegeben werden. Sie müssen zum Zeitpunkt der Abgabe entwöhnt, selbständig und sozialisiert sein. Ein Mindestgewicht von 180 Gramm bei Abgabe sollte gewährleistet sein. Bei der Abgabe eines Igels ist der neue Besitzer genauestens über die Ernährungsgewohnheiten des betreffenden Igels zu informieren.

8. Zuchtbeschränkungen

Von der Zucht ausgeschlossen sind Igel mit Wesensmängeln, Taubheit, Blindheit (angeboren), Einhodigkeit, Kieferschiefstellungen, angeborene Defekte der Wirbelsäule und andere genetische Fehler. Bei wissentlicher Verpaarung von Igeln mit o.g. Fehlern, erfolgt der Ausschluß aus dem Verband. Das Zuchtamt rät allen Züchtern; bei Linien, in denen vermehrt Unregelmäßigkeiten auftreten, wie z.B. Totgeburten, Kannibalismus u.s.w., auf eine Weiterzucht zu verzichten.

9. Verwandtenverpaarungen

Verwandtenverpaarungen müssen genehmigt werden. Sie werden nur dann vom Zuchtamt genehmigt, wenn sie einem gut durchdachten und geplanten Zuchtziel dienen. Die Verpaarung ist vor der Bedeckung beim Zuchtamt zu beantragen unter Beifügung der fotokopierten Stammbäume der Paarungspartner und Angabe des jeweiligen Zuchtzieles.

9. Rassekreuzungen

Rassekreuzungen sind verboten.

Die vorliegenden Zuchtrichtlinien treten ab 08.09.2008 in Kraft.